Bagger oder Bausoftware - wo ist mein Kapital besser investiert?

WARUM SICH BEIDES BEI DER fRAGE NACH SINNVOLLEN iNVESTITIONEN NICHT AUSSCHLIEßEN DARF UND WELCHE Finanzierungsformen sich eignen

Ein Artikel von Thorsten Wenzel, Director Sales NEVARIS

Thorsten Wenzel, Director Sales NEVARIS

Bagger oder Bausoftware? Vielleicht haben Sie sich diese Frage auch schon einmal stellen müssen. Denn oftmals sind die Investitionsmöglichkeiten begrenzt. Anders gesagt: Oft geht nur eines von beidem. Warum sich Geräte- und Digitalisierungsinvestitionen niemals gegenüberstehen sollten und wie das Ganze finanziert werden kann, erfahren Sie in diesem Artikel. Eine Entscheidungshilfe für BauunternehmerInnen von Thorsten Wenzel.

 

Bagger oder Bausoftware? Wo ergibt Investieren Sinn?

Aus der Praxis wissen wir, dass viele Bauunternehmen mehrere Investitionen auf einmal manchmal nur schwer stemmen können. Neue Geräte werden gebraucht. Sie bringen zwar keinen direkten Umsatz – ganz ohne würden Sie aber Ihre Aufträge nicht bearbeiten können.

Anders sieht es bei der Investition in die Digitalisierung oder konkret in neue Software aus. „Ein neues Programm? Das machen wir nächstes Jahr“, kann es dann heißen. Investitionen dieser Art können durchaus von Jahr zu Jahr verschoben werden, ohne dass es unmittelbare Auswirkungen auf Ihre Aufträge hätte – und die Baustellen stehen auch nicht sofort still. Mittel- bis langfristig ist das allerdings keine gute Idee, denn Bauunternehmen, die im Jahr 2021 immer noch mit Excel und Stundenzettel auf dem Bau hantieren, haben Wettbewerbsnachteile gegenüber digitalisierten Bauunternehmen.

 

Warum Bagger und Bausoftware/Digitalisierung nicht ohne einander können (oder sollten)

Die Frage, ob ein Bauunternehmen lieber in Geräte oder in die Digitalisierung investieren sollte, ist schnell beantwortet: Das eine geht nicht ohne das andere. Zumindest nicht, wenn Sie ein zukunftsorientiertes Bauunternehmen führen wollen.

Bausoftware ist die digitale Struktur im Hintergrund, die Ihre Investition in den Bagger erst transparent macht und Planung sowie Rückschlüsse liefert.

Erst wenn von den Baustellen Informationen in ein digitales System einfließen, können Sie wirklich beurteilen, ob Ihre Investition sinnvoll war oder nicht. Anders gesagt: Der tollste Bagger bringt nichts, wenn Sie über folgende Faktoren nicht Bescheid wissen:

  • die eingesetzten Geräte,
  • die Arbeitszeit der Mitarbeiter:innen,
  • die eingekauften und verbauten Materialien und
  • alle hinterlegten Informationen aus der Kalkulation („Wie habe ich kalkuliert? Und wie stehe ich tatsächlich da?“)

Dann haben Sie vielleicht in drei neue Baugeräte investiert, kommen aber in den nächsten Monaten in Liquiditätsschwierigkeiten, weil Sie Ihre Zahlen nicht im Griff haben. Die haben Sie nur unter Kontrolle, wenn Sie die Effizienz Ihrer Maschinen beurteilen können.


Ein Bauarbeiter, von hinten fotografiert, tippt auf einem Tablet. Im Hintergrund ist ein Bagger zu sehen.

 

Warum Bausoftware oder ein ERP-System für Bauunternehmen unverzichtbar ist

Eine Bausoftware ergibt Sinn, weil Sie als BauunternehmerIn wissen müssen, ob sich der Einsatz einer neuen Gerätschaft überhaupt mittel- und langfristig lohnt. Sie sollten auch Rückschlüsse über die Effizienz ziehen können, wenn Sie sich einen neuen Bagger gekauft haben. Und das können Sie nur, wenn Ihr Bauunternehmen über eine halbwegs durchgängige Digitalisierungsstruktur verfügt. Sie wissen dann:

  • Wo ist das Gerät wann im Einsatz?
  • Wann steht es?
  • Wann arbeitet es?
  • Wenn es arbeitet, wie viele Stunden ist es dann wirklich an den Kunden weiter verrechenbar?
  • Welche Kosten entstehen mir mit diesem Gerät?

Ideal ist es, wenn diese Informationen digital ins System einfließen. So können Sie es in der Kostenrechnung erkennen, wenn der Bagger auf dem Projekt 4711 am 12.12. für 4,2 Stunden im Einsatz war. Im System ist ein Verrechnungssatz in Höhe von 45 Euro pro Stunde für dieses Gerät hinterlegt. Dann wissen Sie, was dieser Bagger eingebracht oder gekostet hat. Weiterführend erfolgt der Abgleich mit den ursprünglichen Planungen. "Habe ich diesen Bagger wirklich für 4,2 Stunden kalkuliert oder habe ich ihn für drei Stunden kalkuliert?" Stellen Sie an dieser Stelle schon fest, dass der Vorgang 1,2 Stunden länger gebraucht hat als geplant, geht es in die Analyse: Wie kommt dieser Mehrverbrauch zustande?

  • War es für die Aufgabe der falsche Bagger?
  • Sind die MitarbeiterInnen im Umgang versiert genug?
  • Oder gab es Gründe, die erschwerend hinzugekommen sind, die ich dem Kunden über einen Nachtrag in Rechnung stellen kann?

 

Finanzierung: So stemmen Sie Ihre Investitionen

Als BauunternehmerIn müssen Sie in der Lage sein, Ihre Unternehmenszahlen so zu beurteilen, dass sich zeigt, ob sich eine Investition lohnt oder nicht. Vielleicht stellt sich raus, dass eine Investition in ein Gerät nicht profitabel ist. Dann wäre es eine Option, dieses Baugerät zu leasen oder projektweise zu mieten. Damit entlasten Sie gleichzeitig Ihre fixen Verbindlichkeiten – und verbessern Ihre Liquidität. Ähnliche Finanzierungsoptionen stehen Ihnen auch bei Software zur Verfügung. Wir empfehlen grundsätzlich eine mittel- bis langfristige Digitalisierungsstrategie für Bauunternehmen – damit ist auch die finanzielle Planbarkeit eingeschlossen. Stehen trotz Planungen keinerlei eigene Mittel zur Verfügung, bietet zum Beispiel die Bau-App 123erfasst ein Lizenzmodell zur Finanzierung. BauunternehmerInnen müssen also keine einmalige Summe zahlen, sondern leisten einen monatlichen Beitrag.

 

Wie finanziert man eigentlich Digitalisierung? Mit einer Mischfinanzierung!

Sie möchten die (Teil-)Digitalisierung Ihres Bauunternehmens finanzieren? Dann ist die klassische Finanzierung über einen Bankkredit nur ein Teil der Lösung. Im Gegensatz zum Bagger stehen Digitalisierungsinvestitionen keine Sicherheiten gegenüber. Es ist also sinnvoll, (staatliche) Förderprogramme in Anspruch zu nehmen. Für unsere Kunden stellen wir den Kontakt zu Experten her. Mit externen BeraterInnen, die nicht nur die Finanzierung, sondern auch die Förderungen managen, kann der Weg zum Ziel deutlich kürzer sein. Denn für Förderprogramme der EU, des Bundes oder des Landes benötigen Sie spezielles Know-how im Antragswesen.

 

Die Frage, ob Sie lieber in einen Bagger oder in die Digitalisierung Ihres Bauunternehmens investieren sollten, lässt sich also kurz beantworten – tun Sie beides auf unterschiedlichen Wegen. Ob durch ein Lizenzmodell, über Leasing, einen Bankkredit oder über Fördergelder – Bagger und Bausoftware sollten (gedanklich) Hand in Hand gehen.


Sie haben noch Fragen zur Thematik "Bagger oder Bausoftware"? Kontaktieren Sie mich - ich beantworte Ihre Fragestellungen.