Business Central-Umstellung

Ein Artikel von Claas Huesmann, Head of Product Developement Finance NEVARIS

Was sich für unsere Kunden ändert und was Sie beachten müssen, wenn Sie noch eine ältere Version von NEVARIS Finance einsetzen oder auf die aktuelle Version umsteigen.

Von Dipl.-Informatiker Claas Huesmann, Head of Product Developement Finance bei NEVARIS.

 

Was bedeutet das Upgrade für Kunden von NEVARIS Finance?

Aus Microsoft Dynamics Navision wurde Microsoft Dynamics 365 Business Central. In vielen Unternehmen mit ERP-Software wirft dies Fragen auf. Für uns ist diese Umstellung ein Mammutprojekt. Was immer wieder zu Verwirrung führt, sind verschiedene Namensvarianten – zum Beispiel Business Central 365 NAV Dynamics. Um es einfach zu machen, sagen wir schlicht: Business Central. Denn der Name ist nicht so entscheidend. Entscheidend ist etwas anderes:


Als Entwickler interessiert uns vor allem:

Was passiert da „unter der Haube“? Denn das ist eine ganze Menge. Deshalb sind wir schon seit einiger Zeit dabei, unsere Finance-Software anzupassen und weiterzuentwickeln.

Als NEVARIS-Kunde, der Finance im Einsatz hat, interessiert Sie vor allem:

„Was muss ich tun, damit mein Unternehmen weiterhin mit einer modernen ERP-Software arbeiten kann? Und was passiert mit meinen Individualentwicklungen in NEVARIS Finance?“

 

Weil das, was Sie und uns interessiert, in vielen Bereichen fließend ineinander übergeht, möchte ich Ihnen in diesem Artikel die wichtigsten Aspekte zum neuen Business Central ausführlich erläutern.

 

Business Central ist nach wie vor ein individualisierbares ERP

Business Central ist der Nachfolger des klassischen ERP-Systems Dynamics NAV. Funktional ist das eine Evolution, ein Nachfolgeprodukt. Allerdings wurde die Software deutlich aufgepeppt. Es gibt neue Client-Anwendungen und alles wirkt deutlich moderner. Der Umfang ist aber nahezu identisch, was die ERP-Funktionalität betrifft. Das System kann immer noch branchenspezifisch erweitert und durch Softwareunternehmen wie NEVARIS individuell angepasst werden.

 

Zwei Major-Releases pro Jahr, jede Version wird aber nur noch 18 Monate unterstützt

Neu ist: Es gibt nicht ein, sondern zwei Major-Releases pro Jahr. Microsoft hat also die Frequenz erhöht. Microsoft unterstützt jede Version aber nur noch 18 Monate. Dann endet der Support für diese Version, es werden also keine neuen Funktionalitäten und auch keine gesetzlichen Anpassungen mehr ausgeliefert. Darüber hinaus stellt Microsoft keine Möglichkeit mehr zur Verfügung, für abgelaufene Versionen Lizenzen zu erwerben.

 

Was sich mit Business Central alles ändert

Mit Business Central hat Microsoft das ERP auf eine vollkommen neue technologische Grundlage gestellt. Zudem wurde mit Business Central im Herbst 2019 eine neue Lifecycle-Policy eingeführt. Die besagt, dass man eine spezifische Unterstützung für eine dieser Versionen auch nur noch 18 Monate bekommt. Aber wir sind auf diesen Support angewiesen, weil viele Bugs und Probleme der Kunden in der Plattform selbst liegen. Die können wir als Partner gar nicht korrigieren. Das ist die Aufgabe von Microsoft.

Als Vertriebspartner müssen wir aber unsere Kunden absichern. Deshalb gehen wir mit diesem veränderten Lebenszyklus mit. Damit wir das können, müssen wir unsere Anwendungen technisch umbauen. Das heißt: Alle kundenspezifischen Erweiterungen, die wir entwickeln, müssen wir innerhalb dieses Zyklus’ immer wieder anpassen. Wir müssen die Änderungen umsetzen, die Microsoft geplant hat. Bislang war das den Entwicklern und Partnern weitgehend freigestellt.

 

Für Finance-Kunden gibt es also eine zwingende Notwendigkeit, ihre Installation von NEVARIS Finance zu aktualisieren.

 

Ab wann wird NEVARIS Finance mit dem webbasierten Client ausgeliefert?

Unser aktuelles Release NEVARIS Finance 2020 läuft bereits auf Business Central - in Version 14. Diese Version werden wir bis zum 31.12.2022 weiter pflegen, also alle gesetzlichen Änderungen vornehmen und auch Fehlerbehebungen bereitstellen. Der Nachfolger, Finance 2021, wird dann direkt mit Business Central Version 16 ausgeliefert und dann auch direkt den webbasierten Client beinhalten.

 

Beim Wechsel auf Business Central 16 müssen alle individuellen Erweiterungen angepasst werden

Das Upgrade auf ein neues Finance war bisher meist eine reine Kompilierungssache und verhältnismäßig schnell umgesetzt. Ab Finance 2021 wird es etwas komplizierter. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Microsoft hat die Entwicklungsumgebung und alle Entwicklerwerkzeuge mit der Einführung von Business Central komplett geändert. Diese Änderung hat auch Auswirkungen auf unsere Kunden: Alle Kunden, die selbst oder durch Dritte individuelle Erweiterungen innerhalb von NEVARIS Finance vorgenommen haben, müssen vor dem Umstieg auf NEVARIS Finance 2021 sicherstellen, dass diese Erweiterungen für die Business Central-Plattform kompatibel gemacht wurden. Natürlich helfen wir jedem betroffenen Kunden, seine individuellen Erweiterungen in die neue Welt zu transformieren.

 

Kunden sollen nicht in eine Sackgasse investieren

Ein Großteil der NEVARIS Finance-Kunden nutzt unserer Erfahrung nach individuelle Erweiterungen. Zum Teil wurden diese durch NEVARIS selbst erstellt, zum Teil sind es Eigenentwicklungen der Kunden oder sie wurden von Dritten erstellt. Mal ist es “nur” ein Knopf in der Software, der irgendeinen Report aufruft, mal sind es komplexe Module, die die eigenen Prozesse mit Schnittstellen zu Fremdsoftware integrieren.

Um es klar zu sagen: Alle Anpassungen müssen beim Update auf NEVARIS Finance 2021 migriert werden. Diese Migration kann grundsätzlich von Kunden selbst erfolgen. Natürlich können auch NEVARIS oder Dritte mit der Migration beauftragt werden.

Aus Kundensicht sollte man sich aber immer fragen: Lohnt es sich möglicherweise für mich mehr, die Individualanpassung neu zu entwickeln? Oder ist es nicht sinnvoller einfach den Standard von Nevaris zu verwenden? Aber diese Aufräumaktion ist grundsätzlich auch eine Chance, bestehende Prozesse zu hinterfragen und das eigene Unternehmen effizienter und schlanker aufzustellen. Wir helfen unseren Kunden natürlich gern bei dieser Entscheidung.

 

Wir wollen, dass unsere Kunden sich über das Upgrade möglichst frühzeitig Gedanken machen und zusammen mit unseren Experten überlegen: Was kommt mit, was kann weg? Schließlich wollen sie auch weiterhin auf einer modernen technischen Plattform mit FINANCE arbeiten. Das ist im Grunde wie ein Umzug, bei dem man die Chance hat, vielleicht auch etwas Ballast loszuwerden.

 

Wer führt das Upgrade auf Business Central durch?

Nach allem, was wir derzeit wissen, ist es notwendig, dass NEVARIS das Upgrade auf Business Central durchführt und damit auch die Datenbank migriert. Diese Umstellung kann der Kunde nicht selbst machen, weil dort sehr viele technische Unwägbarkeiten drinstecken. Außerdem kennen wird das Prozedere sehr genau, haben einen guten Überblick und wissen, was wir im Konfliktfall tun müssen.

 

Was ist mit Finance-Kunden, deren Software gar nicht auf Business Central läuft?

Wir haben auch Kunden, die noch mit älteren NEVARIS Finance-Versionen arbeiten. Wichtig ist zu wissen, dass der Support für alle Versionen vor NEVARIS Finance 2020 Ende 2020 endet. Deshalb lautet unsere Empfehlung: Wechseln Sie auf jeden Fall im Jahr 2020 auf NEVARIS Finance 2020. Nur von dort ist der Sprung auf NEVARIS Finance 2021 möglich.

 

Was bringt das neue Business Central?

Diese Frage hören wir sehr oft. Und darauf gibt es zwei Antworten. Die erste Antwort ist eher für den Anwender interessant. Die zweite Antwort für alle, die sich für die Zukunftsfähigkeit der Software interessieren.

 

Antwort 1: Business Central hat ein modernes Erscheinungsbild

Die Pfade sind identisch, was die Prozesse betrifft. Die Programmierkonzepte sind gleich, die Bedienphilosophie ist gleich. Ab Finance 2021 gibt es ein neues und sehr modernes Erscheinungsbild der Client-Anwendungen. Es gibt ein neues Farb- und ein neues Menükonzept. Das Design ist anders und die Nutzungsansätze sowie die Usability unterscheiden sich. Die Kontrollelemente sind zum Beispiel anders angeordnet. Darüber hinaus läuft der komplette Client im Webbrowser. Unserer Einschätzung nach ist es viel einfacher zu bedienen.

Die Kunden sollten sich Zeit nehmen, die eigenen Mitarbeiter rechtzeitig darauf vorzubereiten und zu schulen. Wir bieten natürlich auch Schulungen an.

 

Antwort 2: Business Central hat eine moderne Entwicklungsplattform und ist modular aufgebaut

Die neue Plattform hat eine modernisierte Entwicklungsumgebung und neue Entwicklerwerkzeuge. Die Plattform ist modular aufgebaut. Das heißt, Microsoft hat die Anwendungsebenen getrennt und in verschiedene Blöcke aufgeteilt.

Es gibt einen Systemblock, der Systemfunktionalitäten beinhaltet. Dann gibt es einen großen Anwendungsblock, darin liegt die Standardfunktionalität vom alten Dynamics NAV. Diesen Anwendungsblock können wir mit einem eigenen Block, einer Extension, erweitern.

 

Wir passen Business Central für Finance an die Anforderungen der Baubranche an.

Die Komponenten sind klar voneinander getrennt. Der Effekt:

Es wird viel einfacher, das Produkt zu erweitern und zu individualisieren.

Das gilt für kundenindividuelle Entwicklungen von NEVARIS. Aber auch für unsere Kunden, die viel einfacher selbst Produkterweiterungen entwickeln können.

 

Was ändert sich noch für den Kunden mit NEVARIS Finance 2021?

  • Die Bedienung der verschiedenen Anwendergruppen erfolgt über eine moderne und webbasierte Client-Anwendung.
  • Die Installation wird einfacher: Updates werden zukünftig nur noch am Server eingespielt. Das heißt, der gesamte Update-Prozess wird deutlich vereinfacht und beschleunigt.
  • Die Systemumgebung verändert sich: Es gibt aktualisierte Systemanforderungen, auf die sich Kunden jetzt schon vorbereiten sollten.

 

Sie haben Fragen zur Umstellung Ihrer Finance-Software? Kontaktieren Sie einfach Ihren NEVARIS-Ansprechpartner oder nutzen Sie unseren Support. Weitere Informationen haben wir auf unserer umfangreichen Infoseite für Sie übersichtlich zusammengetragen.

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Bildnachweis: SFIO CRACHO/Shutterstock.com, NEVARIS