Baubetriebe und Corona: Schutzmasken für den Bau

Seit fast einem Jahr gilt nicht nur in Österreich und anderen europäischen Ländern sondern auch in Deutschland eine Maskenpflicht zum Schutz gegen das Corona-Virus. Auch am Bau sind Schutzmasken nicht mehr nur bei staubreichen Arbeiten ein Muss. Welche Atemschutzmasken benötigen Sie für Ihre Mitarbeiter auf den Baustellen?

Maskenpflicht auch auf den Baustellen - was jetzt zu tun ist

Bei vielen Tätigkeiten am Bau entsteht Staub oder es wird Staub aufgewirbelt. Dieser ist nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsschädlich. Für viele Arbeiten am Bau sowie bei baunahen Dienstleistungen sind daher bekanntlich Maßnahmen zum Atemschutz unentbehrlich. So war es vor Corona, so ist es auch jetzt. Zusätzlich sind Bauunternehmen jetzt aber auch verpflichtet, ihre Mitarbeiter mithilfe von Masken zu schützen, wenn beim gemeinsamen Arbeiten ein Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann. Welche Schutzstufe die Maske besitzen muss, ist abhängig von der Räumlichkeit.

  • Arbeiten in geschlossenen Räumen
    Bei Arbeiten in geschlossenen Räumen, bei denen der Schutzabstand von mindestens einem Meter nicht durchgehend eingehalten werden kann, müssen Ihre Mitarbeiter einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wenn Atemschutzmasken der Klasse FFP 1 verfügbar sind, so sind diese als Atemschutz zu verwenden.

  • Arbeiten im Freien
    Sofern Arbeiten im Freien bzw. in nicht geschlossenen Räumen (Rohbau) mit entsprechender Luftbewegung durchgeführt werden und der Schutzabstand von mindestens einem Meter nicht durchgehend eingehalten werden kann, müssen die betreffenden Arbeitnehmer einen Mund-Nasen-Schutz oder ein Vollvisier (Schutzschild, von der Stirn bis unter das Kinn) tragen.

  • Arbeiten in geschlossenen Räumen mit beengten Verhältnissen
    Als geschlossene Räume mit beengten Verhältnissen gelten Behälter, Gruben, Kanäle, Schächte etc., also von Wandungen umschlossene und daher luftaustauscharme Bereiche. Hier müssen Atemschutzmasken zumindest der Klasse FFP 2 oder motorunterstützter Atemschutz (z.B. Turbohut oder Turbomaske) getragen werden. Überprüfen Sie aber, ob diese Arbeiten derzeit überhaupt durchgeführt werden müssen.

Können diese Vorgaben nicht eingehalten werden, dürfen Arbeiten mit Unterschreitung des Mindestabstandes von einem Meter nicht durchgeführt werden. Ein Vorrat an Schutzmasken am Bau kann also die termingetreue Fertigstellung eines Bauprojekts maßgeblich unterstützen.

Auch die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) hat daher Anfang des Jahres 2021 bundesweit mit der Verteilung von FFP2-Masken an Beschäftigte der Bauwirtschaft und der baunahen Dienstleistungen gestartet.

 

Eine Übersicht der gängigen Gesichtsmasken mit deren Eigenschaften

 

Welche Schutzmasken sind geeignet für die Baustelle?


Pflicht bei Abstand unter 1 Meter: FFP-Masken (Atemschutzmaske)

Partikelfiltrierende Halbmasken (filtering face piece, FFP) schützen sowohl Umstehende als auch den Träger. FFP2/FFP3-Masken mit Ausatemventil bieten höheren Tragekomfort, es besteht aber die Gefahr, dass Umstehende beim Ausatmen kontaminiert werden. Den besten Schutz für den Träger und Umstehende bieten daher Masken ohne Ausatemventil.


Bei Abstand von mind. 1,5 Metern: Mund-Nasen-Schutzmasken

Locker sitzende Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) verhindern, dass Personen ihr Umfeld mit ausgeatmeten Tröpfchen kontaminieren, schützen aber nicht den Träger selbst. Sie bestehen aus einer Filterschicht, die zwischen zwei Stoffschichten eingebettet ist. Diese einfache Schutzmaske könnte auch in der Baubranche weiter an Bedeutung gewinnen, wenn die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gelockert werden. Denn wenn alle Beschäftigten den MNS tragen und zusätzlich die Abstandsregel (mind. 1,5 m) sowie die Hygieneregeln einhalten, kann dies eine akzeptable schützende Maßnahme darstellen.

 

Achtung, eine Mund-Nasen-Schutzmaske ist keine Atemschutzmaske, obwohl beide Begriffe oft synonym verwendet werden - sie schützt nur Umstehende.

Papiertücher, selbstgenähter Mund-Nasen-Schutz und OP-Masken sind für Betriebe der Bauwirtschaft und der baunahen Dienstleistungen grundsätzlich nicht geeignet! 

 

Anlegen und Ablegen von FFP2-masken

Ihre Leute sollten wissen, wie sie ihre Schutzmasken am Bau korrekt anlegen sollen, denn nur dann sind sie wirksam. Vor dem Aufsetzen sollten die Hände gründlich mit Wasser und Seife oder einem geeigneten Desinfektionsmittel gereinigt werden. Die Maske muss Mund und Nase vollständig abdecken. Es muss sichergestellt sein, dass keine Lücken zwischen Gesicht und Maske vorhanden sind. Bartträger können keinen Dichtsitz erreichen.

Um die FFP2-Maske abzunehmen, muss sich der Träger der Maske zunächst in einen gefahrenfreien Bereich begeben. Er sollte die Maske schräg nach unten, leicht nach vorne gebeugt vom Gesicht abnehmen. Sie wird dann sofort in einen bereitstehenden geschlossenen Behälter geworfen. Anschließend ist eine Reinigung der Hände mit Desinfektionsmittel oder mit Wasser und Seife nötig.

 

Geförderte Möglichkeiten zum staubarmen Arbeiten

"Gerade derzeit müssen die Anstrengungen gezielt darauf gerichtet werden, alle verfügbaren technischen Möglichkeiten zum staubarmen Arbeiten auszuschöpfen“, sagt Norbert Kluger, Leiter der Abteilung Stoffliche Gefährdungen der BG Bau. Dazu gehören nicht nur Atemschutzmasken, sondern auch der Einsatz moderner staubarmer Technologien wie etwa Bau-Entstauber und Luftreiniger. Die BG BAU unterstützt Bauunternehmen mit Arbeitsschutzprämien bei der Anschaffung geeigneter Maschinen und weiterer Maßnahmen zur Staubminderung. Eine beliebte geförderte Variante des Atemschutzes sind zum Beispiel gebläseunterstützte Filtergeräte. Pro Maßnahme wird der Kauf von der BG Bau mit 50 % der Anschaffungskosten, maximal 500 EUR gefördert.

 

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Bildnachweis: Studio concept/Shutterstock.com    Autor: Eva-Marion Beck